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Handelsspannungen und Zölle: Was die italienische Lackindustrie erwartet

Feb. 4, 2026 | 0 Kommentare

In den letzten zwei Jahren haben sich die globalen Handelsspannungen erheblich verschärft. Die Regierung von Donald Trump hat eine Reihe von Zöllen auf ein breites Spektrum importierter Produkte verhängt, darunter auch solche aus der Europäischen Union und China. Das erklärte Ziel Washingtons ist es, bilaterale Handelsdefizite auszugleichen und die heimische Industrie zu schützen, doch die Auswirkungen reichen weit über politische Lager und große Handelszahlen hinaus. (Quelle: Euronews)

Ein unsichtbarer, aber wichtiger Sektor

Die italienische Lackindustrie ist ein zentraler Bestandteil der Fertigung: eng verbunden mit Bauwesen, Automobilindustrie, Design und vielen industriellen Lieferketten. Ihre Leistungsfähigkeit hängt von importierten Rohstoffen ab, insbesondere Titandioxid (TiO₂), ein entscheidendes Pigment, um Weiß, Deckkraft und Beständigkeit in den Produkten zu erzielen. (Quelle: Trade and Economic Security)

Zolllage 2025–26

Im Jahr 2025 erließ die US-Regierung eine Exekutivanordnung, die Mindestsätze von 10 % auf alle Importe vorsieht, mit höheren Sätzen für bestimmte Länder: etwa 20 % für die EU und 34 % für China, zusätzlich zu bereits bestehenden Zöllen auf andere Produkte. Diese Zölle sind Teil eines Systems „reziproker Zölle“, basierend auf den Differenzen zwischen den von anderen Ländern auf die USA angewandten Zöllen und den von Washington festgelegten Tarifen.

Reaktionen und Verhandlungen

Die Europäische Union hat angekündigt, mit Gegenmaßnahmen auf Zölle zu reagieren, die sie für „rechtswidrig oder kontraproduktiv“ hält, insbesondere bei Stahl und Aluminium, und äußerte Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Auswirkungen auf integrierte EU‑US-Lieferketten. Gleichzeitig wurde ein Abkommen über reziproke, faire und ausgewogene Zölle zwischen EU und USA vorgeschlagen, um den Handel zu stabilisieren: ein vorläufiger Verhandlungsrahmen zur Reduzierung bestimmter Zollbarrieren und zur Vermeidung von Eskalationen, die Gespräche laufen jedoch noch. (Quelle: Euronews)

Chinas Handelsüberschuss: Zölle stoppen das Wachstum nicht

Trotz neuer US-Zölle schloss China 2025 mit einem Rekord-Handelsüberschuss von etwa 1,2 Billionen US-Dollar ab, dank steigender Exporte zu anderen globalen Partnern. Dies zeigt, dass die US‑protektionistischen Maßnahmen die Gesamtleistung der chinesischen Exporte nicht drastisch reduziert haben. (Quelle: Euronews)

Bedeutung für Farben und Rohstoffe

TiO₂-Dumping und EU-Gegenmaßnahmen

Die Europäische Kommission hat Antidumpingzölle auf Titandioxid-Importe aus China verhängt, um EU-Produzenten vor nicht marktkonformen Preisen zu schützen.

Preise und Verfügbarkeit von Rohstoffen

Der globale TiO₂-Markt steht weiterhin unter Druck aufgrund von Angebots- und Nachfrageschwankungen, mit starker Nachfrage aus Bauwesen und Industrieanwendungen. (Quelle: Chemanalyst)

Selbst wenn nicht alle US-Zölle TiO₂ direkt betreffen, können die Turbulenzen auf den globalen Rohstoffmärkten und im Transportwesen höhere Kosten für die Lackindustrie verursachen. (Quelle: Alchempro)

Wie stark könnten die Preise steigen?

TiO₂ kann einen erheblichen Anteil an den Rohstoffkosten in Farben ausmachen (je nach Formulierung bis zu 30–40 %). Bei Handelszöllen und Beschaffungsproblemen sind Produktionskostenerhöhungen von 5–15 % möglich, abhängig von Lieferketten und Marktdynamik. Branchenanalysen zeigen, dass Zölle auf importierte Chemieprodukte die Rohstoffkosten um 8–25 % erhöhen können, was sich auf Lieferzeiten und Lagerbestände auswirkt.

Fazit: Eine industrielle Strategie ist notwendig

Globale Handelsspannungen – wenn auch variabel und teilweise verhandelbar – haben reale Auswirkungen auf italienische KMU im Lacksektor, die oft mit geringen Margen und hoher Abhängigkeit von ausländischen Rohstoffen arbeiten. Selbst wenn nicht alle Zollbedrohungen umgesetzt oder endgültig sind, erfordert die Situation eine strategische Reaktion auf europäischer und unternehmerischer Ebene:

  • Gemeinsame und diversifizierte Beschaffungspolitik

  • Förderung von Innovation und Produktivität

  • Lagerhaltung und kurze Lieferketten, um die Anfälligkeit gegenüber Zollschwankungen zu reduzieren

  • Alternative Exportmärkte